Spezielle Ernährung

Laktoseintoleranz

20. Februar 2014

Die Unverträglichkeit gegenüber Milchzucker (Laktose) aufgrund eines Enzymmangels ist keine Seltenheit. Symptome genauso wie Behandlung sind abhängig vom Schweregrad der Erkrankung.

Laktoseintoleranz Titelbild

Was ist Laktoseintoleranz?

Bei der Laktoseintoleranz handelt es sich um eine Unverträglichkeit von Laktose bedingt durch eine mangelnde Aktivität bzw. das Fehlen des Enzyms Laktase. Die Folge: Der Körper kann die Laktose im Dünndarm nicht abbauen, sie gelangt in tiefere Darmabschnitte, in denen die dort vorhandenen Bakterien sie zu verschiedenen Säuren, Kohlendioxyd und Wasserstoff (Blähungen) abbauen.

Symptome bei Laktoseintoleranz

Die Symptome einer Laktoseintoleranz sind krampfartige Bauchschmerzen, Blähungen und Durchfall (Diarrhöe). Die Intensität der Symptome ebenso wie die Menge an Laktose, die eine Person symptomfrei verträgt, ist individuell unterschiedlich. Je nachdem, wieviel Laktose ein Patient pro Tag problemlos verträgt, unterscheidet sich der Schweregrad der Erkrankung in:

  • Leichte Form: 8 - 10 g pro Tag ohne Symptome
  • Mittlere Form: 1 – 7 g pro Tag ohne Symptome
  • Schwere Form: keine Laktose.

Behandlung bei Laktoseintoleranz

Laktoseintoleranzstufen

Die Therapie besteht, je nach Schweregrad der Erkrankung, in einem totalen Verzicht (laktosefreie Ernährung) bzw. einer Einschränkung (laktosearme Ernährung) von Milch und Milchprodukten sowie von Lebensmitteln, die diese enthalten. Die Mehrzahl der Patienten ist bei einer laktosearmen Kost (8 – 10 g/ Tag) beschwerdefrei.

 

 

 


 

 

Küchenleitlinien zum Umgang mit Laktoseintoleranz

  • Milch: Nur in Form laktosearmer bzw. -freier Milch einsetzen oder durch andere Produkte, wie z.B. Sojamilch oder Reismilch ersetzen
  • Milch- bzw. Sauermilchprodute: Fermentierte Milchprodukte, z.B. probiotischer Joghurt, Kefir, Sauermilch, werden aufgrund ihres Gehaltes an Laktase oft gut vertragen. Andere Milchprodukte sind nicht bzw. nur in sehr geringen Mengen für den Einsatz geeignet. Ausnahme: spezielle laktosefreie Milchprodukte
  • Käse: Hart-, Schnitt- und Weichkäse enthalten praktisch keine Lactose oder nur sehr geringe Mengen. Als Calciumlieferant unbedingt einsetzen
  • Fertigerzeugnisse: Brot und Backwaren, Fleisch- und Fischerzeugnisse, Instanterzeugnisse, Fertiggerichte, Süßwaren, Gemüsekonserven, Verdickungs- und Bindemittel sowie Würzmittel weisen Laktose in unterschiedlichen Mengen auf. Vor der Verwendung die Zutatenliste genau studieren oder beim Hersteller nachfragen
  • Calciumlieferanten: Bei einer laktosearmen bzw. -freien Ernährung besteht die Gefahr einer unzureichenden Versorgung mit Calcium und damit für die Entstehung einer Osteoporose. Um dieser vorzubeugen, verstärkt - Sauermilchprodukte, - Calciumreiche pflanzliche Lebensmittel, wie z.B. Broccoli, Grünkohl, Spinat, Fenchel, Lauch, - Calciumreiches Mineralwasser (mindestens 150 mg Ca/Liter) - mit Calcium angereicherte Fruchtsäfte in den Speisenplan integrieren

Zusammenfassung: Laktoseintoleranz

  • Unverträglichkeit von Laktose aufgrund des Fehlens von Laktase
  • Unterschiedliche Schweregrade
  • Therapie: laktosearme bzw. laktosefreie Ernährung
  • Wichtig: andere Calciumlieferanten verstärkt einsetzen
  • Mehr Information: http://www.daab.de