Spezielle Ernährung

Diabetes-Ernährung: Genuss unter Kontrolle

01. September 2015

Etwa sechs Millionen Menschen leben in Deutschland mit Diabetes. Eine Volkskrankheit mit deutlichen Auswirkungen auf Ernährung und Lebensstil der Betroffenen. Was sollten deshalb Küchenverantwortliche über Diabetes wissen?

Diabetes Ernaehrung Diabetes Mellitus Titelbild

Diagnose Diabetes: Für die Betroffenen zunächst eine Hiobsbotschaft. Nie wieder Süßes essen? Doch die Krankheit bedeutet nicht das Ende allen Genusses. Wer einige wenige Spielregeln beachtet, darf in der Diabetes-Ernährung fast alles essen – oder als Profikoch entsprechend zubereiten. Aber was ist Diabetes eigentlich genau? Wie sieht ein gesunder Lebenswandel für die Betroffenen aus? Und was bedeutet das für die Küche?

Birgit Rothe – Fachfrau für Ernährungsfragen

Birgit Rothe Nestle Professional Ernaehrungsfachliche Beraterin

Fundiertes Wissen kombiniert mit wichtigen Praxistipps, für Birgit Rothe genau die richtige Verbindung. Die ausgebildete Diätassistentin ist Ernährungsfachliche Beraterin bei NESTLÉ PROFESSIONAL. Sie kennt die besonderen Erfordernisse der Gemeinschaftsverpflegung und Gastronomie. Know-how, das immer auch in ihre Fachschulungen einfließt.

 

 

 

 

 

 

Diabetes-Ernährung: Was Küchenverantwortliche wissen müssen

Wer für Diabetiker kocht, hat eine große Verantwortung. Birgit Rothe erklärt die wichtigsten Ernährungsregeln und wie Küchenverantwortliche sie aufgreifen können.

„Für Diabetiker geeignet“ hieß es bis 2012 auf vielen speziellen Lebensmitteln. Ein Hinweis, der verschwunden ist. Auslöser war die 16. Änderung der Diät-Verordnung (2010 vom Bundesrat verabschiedet). Hintergrund: Da Diabetes mellitus auch den Eiweiß- und Fettstoffwechsel betrifft, scheint der bloße Einsatz von Zuckeraustauschstoffen nicht nützlich zu sein. Stattdessen empfehlen Wissenschaftler heute für die Diabetes-Ernährung eine ausgewogene Mischkost nach den Richtlinien der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE).

Die wichtigsten Praxistipps für eine vollwertige und ausgewogene Ernährung:

  • Obst und Gemüse: Viel und möglichst zu jeder Mahlzeit. Sie haben kaum Einfluss auf den Blutzuckerspiegel und halten lange satt.
  • Die Empfehlung: Mindestens „5 Portionen am Tag“ – 2 x Obst und 3 x Gemüse.
  • Hochwertige pflanzliche Fette: Raps- oder Olivenöl zum Kochen und Backen.
  • Kaltgepresste Öle: Sonnenblumen-, Leinen-, Hanf- oder Walnussöl für kalte Speisen.
  • Fettarme Produkte: Wichtig bei Milch, Käse, Joghurt, Fleisch, Wurstwaren, Fisch.
  • Ballaststoffe: Hoher Anteil bevorzugt! Vollkornbrot, Vollkornnudeln, Hülsenfrüchte, Nüsse, Samen, Pseudogetreide, Vollkornmehle, Gemüse, Obst.
  • Zuckerfreie Getränke: Mineralwasser, ungesüßte oder mit Süßstoff gesüßte Früchte- und Kräutertees.
  • Vorsicht: Weißmehlprodukte, Süßigkeiten, Kuchen und zuckerhaltige Getränke sind nur in Maßen und im Rahmen eines Ernährungsplanes zu genießen.

So viel Süßes ist pro Tag erlaubt

Die Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG) empfiehlt: Maximal 10 % der täglichen Kalorien durch gezuckerte Lebensmittel in der Diabetes-Ernährung. Bei einer Tageskalorienmenge von etwa 2000 Kalorien sind das ca. 50 Gramm Zucker. Das entspricht einem Becher Fruchtjoghurt oder zwei Riegeln einer Schokoladentafel oder einem kleinen Stück Kuchen.