Ramin Homayouni: Warum der Veganuary eine tolle Sache darstellt

16. Dezember 2021

Wir dürfen heute Herr Homayouni von der St. Elisabeth-Gruppe zu unserem gemeinsamen Gespräch über den Veganuary begrüßen.

Chargrilled Vegetable Salad

R.HomayouniHerr Homayouni, schön, dass Sie sich die Zeit für uns genommen haben.

Wie sind sie letztes Jahr auf die Veganuary-Kampagne aufmerksam geworden? Hatten sie schon von Veganuary gehört, bevor Sie die Nestlé darüber informiert hatte? Was hat Sie dazu bewogen an Veganuary teilzunehmen?

Es ist natürlich ein Trend, den wir auch mitverfolgen wollen. Es wird sich immer mehr vegetarisch und vegan ernährt und der Kunde fragt auch aktiv danach, daher wollten wir natürlich auch am Veganuary teilnehmen.

Wie war die Resonanz Ihrer Mitarbeiter auf Veganuary? Kannte jemand die Idee dahinter oder war es für alle neu?

Der Ein oder Andere kannte es schon, für einige war es hingehen neu. Da wir öfters etwas veganes auf unserer Speisekarte haben, ist es nicht unbedingt ein totales Neuland für uns gewesen. Aber viele Mitarbeiter waren schon verwundert, dass wir uns jetzt in diese Richtung bewegen, da wir hier im Ruhrgebiet sehr stark fleisch-lastig sind. Manche Mitarbeiter waren daher eher skeptisch.

Wie haben Sie Ihre Gäste auf das Angebot aufmerksam gemacht?

Hier muss man ein bisschen unterscheiden. Wir haben Cafeterien, Mitarbeiterverpflegungen und Patientenverpflegungen. Den Veganuary haben wir in unseren Cafeterien und Mitarbeiterverpflegungen durchgeführt. Hierfür wurde in jeder Cafeteria unsere vorhandenen  Monitore verwendet, auf denen Flyer und Bilder von vegetarischer und veganer Ernährung eingespielt wurden. Auch Werbematerialien wie Plakate oder Tischaufsteller die uns von Nestlé zur Verfügung gestellt wurden, kamen zum Einsatz. Und wir haben viel frisches Gemüse in unseren Cafeterien als Deko aufgestellt, um darauf hinzuweisen, dass wir 4 Wochen lang etwas Neues ausprobieren. Zu guter Letzt hatten wir auch Werbematerialien von der Institution Veganuary selbst. Somit konnten wir sehr gut im Vorfeld auf die Aktion aufmerksam machen.

Was waren im Vorfeld Ihre Erwartungen in Bezug auf Ihr Geschäft bei Veganuary?Sensational Burger

Mehr Umsatz oder Absatz haben wir uns durch die Teilnahme nicht versprochen. Wir wollten einfach mitmachen, um zu schauen, wie die Resonanz bei unseren Kunden ist. Ist es wirklich so, dass viele so ein Angebot annehmen und auch nachfragen?! Früher war das Vegetarische ja eher verpönt. Ein Spruch wie „Fleisch ist mein Gemüse“ war Alltag. Ich selbst bin auch ein Fleischesser, habe mich aber auch selbst dazu bewegen lassen, das eine oder andere vegane und auch vegetarische Gericht zu probieren. Am Anfang mehr vegetarisch, da ich veganen Gerichten etwas skeptisch gegenüberstand. Mit der Zeit habe ich aber festgestellt, dass vegan sehr lecker sein und man auch viele Dinge weiterhin in der Speisekarte mitaufnehmen kann, ohne dass man ein schlechtes Gewissen haben muss.

Wie war die Resonanz Ihrer Gäste im Vorfeld auf Veganuary?

Die Gäste waren sehr neugierig und fanden es gut. Da war von Skepsis keine Spur. Vor allem die weiblichen Gäste aus dem Büro und der Verwaltung. Es war eher eine große Vorfreude und Erwartung da.

Und dann kam Anfang des Jahres der große Lockdown. Konnten Sie den Veganuary dann überhaupt durchführen?

Wir haben die Aktion schon so durchgeführt, wie wir es ursprünglich geplant hatten, allerdings mit einem Unterschied, dass wir nichts mehr auf dem Teller anrichten konnten, sondern mussten alles To-Go anbieten.
Damals im Januar hatten wir schon ein hohes Hygiene-Verständnis in unseren Krankenhäusern. Es gab beispielsweise Zutrittskontrollen, Besucher waren verboten usw.. Dementsprechend konnten wir für die Mitarbeiter und in den Cafeterien nur To-Go anbieten. Es waren leider keine toll angerichteten Teller im Einsatz, wie ursprünglich geplant, nichtsdestotrotz war Veganuary trotzdem ein voller Erfolg.

Toll, wie flexibel Sie auf die Situation reagiert haben. Wie war das Feedback Ihrer Gäste auf Veganuary?

Es war absolut gut. Wir haben im Januar knapp 20.000 Mitarbeiter-Essen zubereitet, davon waren 19,45 % Veganuary-Gerichte. Knapp 4000 verkaufte Gerichte waren aus dem Themenfeld Veganuary. Damit hatte ich selbst nicht gerechnet.

Unglaubliche Zahlen. Wie haben Sie den Veganuary genutzt? Haben Sie jeden Tag ein veganes Gericht angeboten oder sogar mehr als ein Gericht?

Wir haben in unserer Cafeteria-Speisekarte immer vier Gerichte zur Auswahl und eins davon war vegan/vegetarisch und dies den ganzen Monat langt.

Garden Gourmet Mince Mexican Chili LiggendWas waren die beliebtesten Gerichte (Top 5)?

Wir haben verschiedene Rezepte entwickelt. Einmal hatten wir ein arabisches Linsengericht mit Granatapfel, welches der absolute Renner und total lecker war. Ich koche das Gericht mittlerweile auch zu Hause für meine Familie. Dann hatten wir eine Auberginen-Curry, welches ebenfalls total klasse war. Auch gut im Verkauf. Eine vegane Soja-Bolognese mit Gemüse und Vollkorn Pasta durfte natürlich nicht fehlen oder auch ein geräucherter Tofu, überbacken. Das waren eigentlich die Renner der ganzen Aktion.

Grundsätzlich kann man sagen, es waren eher die außergewöhnlichen Gerichte, die die Kunden begeistert haben. Und diese waren größtenteils auch komplett selbstgemacht.
Wie schon erwähnt, das Auberginen-Curry und die arabischen Gerichte mit speziellen Gewürzen und Linse.
Die vegane Bratwurst kam dagegen nicht so bei den Kunden an. Sie haben die Wurst probiert und fanden sie ok, aber das selbstgemachte Curry kam sehr viel besser an.
Was Granaten gut war von Garden Gourmet, ist die Rote Beete Falafel, die ist richtig toll. Dazu etwas leckere Sauce und Tahine und ein warmes Fladenbrot aus dem Ofen, dann ist das wirklich lecker!

Zum Glück war die Bratwurst nicht von uns. Konnten Sie nach dem Veganuary ein verändertes Verhalten Ihrer Gäste gegenüber vegetarischem/veganen Gerichten feststellen?

Eher nein. Es wurde schon ab und zu nachgefragt, ob denn nicht aus dieser und jener Woche etwas nochmal gekocht werden könnte, aber der prozentuale Anteil der vegetarischen Gerichte hat weder zu noch abgenommen. Liegt aber auch daran, dass wir immer wieder solche Gerichte im Angebot haben.

Haben Sie im Laufe des Jahres durch Veganuary mehr vegetarische/vegane Gerichte auf der Karte gehabt und wurde das Angebot auch genutzt?

Wir haben, wie erwähnt, eine vegetarische Linie als festen Bestandteil in unserem Menü und die hat immer so 15 bis 20% Abverkauf.

Sie sind 2022 wieder dabei. Wie ist Ihre Erwartungshaltung für den kommenden Veganuary (hoffentlich ohne Lockdown)?

Ich erwarte schon einen höheren Absatz wie im letzten Jahr. Wir haben viele neue Rezepte ausprobiert, die wir in den letzten Monaten entwickelt haben und wir haben viele Dinge in unserer vegetarischen Linie probiert, aber ich denke schon, dass wir nicht nur 20% vegan/vegetarische Gerichte verkaufen, sondern mindestens 30%. Ich erwarte also eine Steigerung um 10%.

Denken Sie dran, Ihr veganes Angebot zu erweitern nach der veganuary Erfahrung? Denken Sie, dass der vegane Trend auch im Care Bereich relevant ist?Tikka Curry mit Reis

Die Frage hatte ich für den Cafeteria Bereich schon beantwortet, aber im Care Bereich wird es für unsere Patienten eine neue Speisekarte geben.
Aktuell bauen wir auch eine neue Küche, die etwas anders ausgestattet sein wird. Viele Ärzte haben sich aus ernährungsphysiologischer Sicht für ihre Patienten eine mediterrane Linie gewünscht. Also haben wir uns gedacht, wenn mediterran, dann verknüpfen wir das mit Vegetarisch und Vegan und probieren eine Mediterran/Vegetarisch/Vegane Linie aus. Das haben wir nun in den Speiseplan implementiert und schauen mal, was in den nächsten Monaten passiert. Ab Januar probieren wir es bei den Patienten aus und prüfen die Resonanz, aber ich glaube die wird ganz gut sein.


Kommen wir zur Schlussfrage: Nehmen Sie persönlich denn auch an der Challenge teil, sich den ganzen Januar vegan zu ernähren?

Es gibt durchaus tolle vegane Gerichte, die ich total lecker finde. Aber ich bin da tatsächlich eher ein flexibler Esser. Es kommt drauf an, was an den Tagen zur Auswahl steht und wonach mir ist. Wenn es mir schmeckt, dann esse ich durchaus gerne einen Gemüseeintopf, aber es gibt auch Tage da esse ich lieber eine Currywurst oder ein schönes leckeres Steak. Da bin ich eher ein klassischer Flexitarier und möchte mich nicht zu strikt festlegen.

Vielen Dank, dass Sie sich die Zeit für uns genommen haben.
Wir wünschen Ihnen viele glückliche Gäste für den kommenden Veganuary und sind gespannt, was Sie uns im nächsten Jahr berichten werden.

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