Mehr als nur Fleischverzicht: was ist „vegan“ überhaupt?

15. Oktober 2015

Eines gleich vorweg: So etwas wie die typischen Vegetarier gibt es nicht. Obwohl ihre Zahl kontinuierlich steigt, bleibt die Zielgruppe schwer zu fassen.

Mehr als nur Fleischverzicht was ist vegan ueberhaupt Titelbild

„Fleisch nein, Fisch ja, und das nur an drei Tagen pro Woche“ – Viele wählen aus dem Repertoire an Optionen ihre ganz persönlichen Präferenzen. Diese „Flexitarier“ legen komplett vegetarische Phasen ein und greifen an den Ausnahmetagen eher zu hochwertigem Fleisch. Dahinter verbergen sich auch veränderte Beweggründe. War Fleischverzicht früher hauptsächlich ethisch motiviert, gewinnen heute gesundheitliche Aspekte an Bedeutung. Und was ist vegan? Wir haben es Ihnen zusammengestellt:

"Die Kunst des Weglassens" - Die gängigsten Ernährungsweisen

  • Vegetarier: Fleisch, Fisch oder Meeresfrüchte kommen bei Vegetariern nicht auf den Tisch. Sie verzehren keine Produkte vom lebenden Tier. Strengere Untergruppen sind Ovo-Vegetarier, die Milchprodukte ablehnen, und Lacto-Vegetarier, die keine Eier essen.
  • Veganer: Sie verzichten auf jede Art von tierischen Produkten. Fleisch, Fisch, Milch, Eier, Honig und Gelatine sind für überzeugte Veganer daher tabu.
  • Flexitarier: Strenger Verzicht? Nicht bei Flexitariern. Ein gutes Stück Fleisch ist bei den „Teilzeitvegetariern“ durchaus erlaubt. Wichtig ist ihnen vor allem der bewusste Genuss, Qualität und Herkunft des Fleisches spielen eine entscheidende Rolle.
  • Pescetarier: „Fleisch nein, Fisch und Meeresfrüchte ja“ – Das ist das Motto von Pescetariern. Eier, Milch und Honig sind allerdings erlaubt.
  • Frutarier: Für Frutarier dürfen weder Tiere noch Pflanzen leiden. Deswegen ernähren sie sich ausschließlich von pflanzlichen Bestandteilen, die auf natürliche Weise abfallen. Das sind vor allem Fallobst, Nüsse und Samen.
  • Puddingvegetarier: Sie ernähren sich zwar fleischlos, achten ansonsten aber kaum auf ihre Ernährung. Früher oder später drohen so Mangelerscheinungen.

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Vom angestaubten Öko-Image zum hippen Lifestyle – Die vegan-vegetarische Ernährung ist in der Mitte der Gesellschaft angekommen. Prominente Vorbilder und „Vorzeigeveganer“ wie Attila Hildmann leben den Trend öffentlichkeitswirksam vor, schicke Kochbücher tun ihr Übriges. Ein lukratives Geschäft, steigt die Zahl der Vegetarier doch mit Einkommen und Bildungsstand. Experten prophezeien der Bewegung sogar das Potential, „Bio“ den Rang abzulaufen. Vielleicht auch, weil Bio-Zertifizierungen für den Verbraucher nicht immer nachvollziehbar sind.