Joachim Wissler und seine neue Deutsche Küche

18. August 2015

Drei Michelin-Sterne, 19,5 Punkte im Gault Millau – Joachim Wissler zählt zu den besten Küchenchefs der Welt. Was ist das Erfolgsgeheimnis des Ausnahmekochs? Eine Spurensuche.
Joachim Wissler und seine neue deutsche Kueche Titelbild

Unser erster Blick geht nach Baden-Württemberg – dorthin, wo alles begann. Fragen Sie Joachim Wissler nämlich nach seiner Berufswahl, bekommen Sie eine überraschend einfache Antwort: „Ich bin Koch geworden, weil ich in der Gastwirtschaft meiner Eltern viel mitgeholfen und dabei bemerkt habe: Das liegt mir. Hier stelle ich mich geschickt an.“ Das prägte den gebürtigen Schwaben schon früh. Während seine Freunde Fußball spielten, stand Joachim Wissler in der Küche.

JOACHI WISSLER - SEINE STATIONEN

  • 1980 – 1983 Hotel Traube Tonbach, Baiersbronn
  • 1983 – 1984 Hotel Weißes Rösle, Hinterzarten
  • 1984 – 1991 diverse Hotels und Restaurants in Baden-Baden
  • 1988 Küchenmeisterprüfung im Brenner’s Park Hotel, Baden-Baden
  • 1991 – 1999 Restaurant Marcobrunn – Schloss Reinhartshausen, Eltville
  • seit 2000 Restaurant Vendôme – Schlosshotel Bensberg, Bergisch Gladbach

Karriere: Viel gelernt im Schwarzwald

Die Erfahrungen seiner Kindheit prägten den Karriereweg von Joachim Wissler. Nächste Station: Kochausbildung in Baiersbronn. Eine Zeit, die dem jungen Koch einiges abverlangte. „Die Lehrjahre im Schwarzwald waren eine harte Probe, vom ersten Tag an. Als junger Mensch habe ich nicht geahnt, worauf ich mich da einließ. Am Ende überwog aber auch hier das Gefühl: Ja, ich habe viel gelernt.“

Klare Aromen, Liebe zum Produkt

Belohnung für die jahrelange harte Arbeit: 1995 wird Joachim Wissler mit dem ersten Michelin-Stern geadelt, 2002 und 2004 folgen die nächsten. Seit 2000 ist er Küchenchef des Restaurants „Vendôme“ im Schlosshotel Bensberg und bleibt aber bescheiden. So klingt auch sein Erfolgsgeheimnis bodenständig: Hochwertige Zutaten und klare Aromen, raffiniert miteinander kombiniert. „Neue Deutsche Küche“ in seiner eigenen Interpretation. Dafür schätzen ihn nicht nur die Gäste, sondern auch die Kollegen. Das konnte man kürzlich sehen, als er den Titel „Koch der Köche“ entgegennahm – gewählt ausschließlich von deutschen Köchen.