Ernährungswissen

Ernährungsformen: Wieso eigentlich?

20. Februar 2017

Einfach essen ist nicht mehr. Ernährung wird immer individueller. Manchmal sagt das gute Gewissen, was auf den Teller kommt. Und mal ist es die Gesundheit, die Religion oder einfach nur ein neuer Trend. Aber wieso entscheiden sich Menschen für eine bestimmte Ernährungsform? Wir geben Ihnen einen Überblick.

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Inhalt

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„Du bist, was Du isst.“ Über 150 Jahre ist dieses Zitat alt – und trotzdem topaktuell. Denn Ernährung wird immer mehr von sozialen und ethischen Kriterien geprägt, das zeigt auch die Nestlé Zukunftsstudie. Halal, flexitarisch oder laktosefrei – Für welche Ernährungsform sich jemand entscheidet, hängt oft damit zusammen, welchen sozialen Gruppierungen er sich verbunden fühlt. Essen dient dabei sowohl der Abgrenzung als auch der Identifikation. Manchmal spielen aber auch gesundheitliche Gründe eine Rolle.

So vielseitig die unterschiedlichen Ernährungsformen auf den ersten Blick auch erscheinen, die Gründe, weshalb Menschen auf bestimmte Lebensmittel verzichten, sind oftmals ähnlich. Die drei häufigsten: Religion, Gesundheit und Trends.

Vegetarier, Veganer und Flexitarier: Essen als Trend?

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Alles neu macht der Mai, und der September und der Januar natürlich auch – Neue Trends entstehen fast zu jeder Saison. Mit ihnen wandeln sich auch die Ernährungsformen. Wieso ist das so? Ernährungspsychologe Dr. Thomas Ellrott hat eine Idee. Essen sei laut Ellrott gut modellierbar. Was man isst beziehungsweise nicht isst, kann jeder sehr einfach selbst entscheiden. Im Gegensatz zu anderen Konsumobjekten, wie Autos, Möbel oder Kleidung kostet Essen nicht viel und ist fast überall verfügbar. Die Ernährungsform lässt sich somit schnell wechseln. Also wie wäre es, ab morgen Vegetarier oder gleich Veganer?

Laut Vegetarierbund hat sich die Zahl der Vegetarier in den vergangenen 20 Jahren geradezu verzehnfacht. Aber womit hängt das zusammen? Geht es den Leuten dabei hauptsächlich um das Thema Tierwohl und Nachhaltigkeit oder steckt noch etwas Anderes dahinter? Bei manchen Menschen spiele das sicher eine Rolle, so der Ernährungspsychologe Dr. Thomas Ellrott in einem Spiegel-Interview. Immer häufiger ginge es jedoch um Selbstinszenierung und Zugehörigkeit zu einer bestimmten Gruppe. Das Ziel, sich bewusst von der Masse abzuheben, sei für Ellrott ein entscheidender Punkt, die Ernährungsform zu wechseln.

Zahlen-Check: So hoch ist der Fleischkonsum wirklich

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Ein Blick auf die Absatzzahlen bestätigt: Immer mehr Menschen reduzieren ihren Fleischverzehr. Innerhalb der vergangenen 25 Jahre ging der Konsum laut Vegetarierbund um insgesamt 15 Prozent zurück. Gestiegen ist stattdessen der Absatz von Fleischersatzprodukten. Seit 2008 um fast 30 Prozent. Werden also Seitan und Tofu bald Schnitzel und Currywurst ersetzen? Vermutlich nicht. Denn Vegetarier und Veganer bevorzugen eher Gemüse als Fleischersatz. Und es gibt auch noch viele Fans von herkömmlichem Fleisch.

Der jährliche Fleisch- und Wurstverzehr betrug 2015 in Deutschland gemäß Statista immer noch 59,2 kg pro Kopf. Das ist fast doppelt so hoch wie von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung empfohlen wird.

Flexitarier: Wer is(s)t das eigentlich?

Statt Vegetarismus oder Veganismus gehen Experten davon aus, dass sich eine andere Ernährungsform weiter ausbreiten wird: die flexitarische. Also Menschen, die gelegentlich Fleisch essen, sich ansonsten aber vegetarisch ernähren – sogenannte Teilzeit-Vegetarier.

In Deutschland zählen sich nach Marktforschungsangaben mehr als ein Drittel zur Gruppe der Flexitarier.

Der Begriff stammt aus den USA. Es gibt ihn bereits seit 1992. Er setzt sich aus den Wörtern „flexibel“ und „vegetarisch“ zusammen. Massentierhaltung, Klimawandel und ein wachsendes Gesundheitsbewusstsein haben dazu geführt, dass immer mehr Menschen ihren Fleischkonsum bewusst einschränken. Viele Flexitarier essen ein bis zwei Mal die Woche Fleisch. Dann am liebsten in Bio-Qualität. Der Genuss spielt bei Flexitariern allgemein eine große Rolle.

GV-Entscheider sehen in der flexitarischen Ernährungsform einen dauerhaften Trend. Sie gehen davon aus, dass reine Trend-Veganer langfristig zu Flexitariern würden. Das ergab eine Umfrage auf der Internorga 2015.

Religionen und ihr Einfluss auf die Ernährung

Auf welche Lebensmittel bewusst verzichtet wird, hängt häufig auch mit der jeweiligen Religion zusammen. Zum Beispiel Judentum und Islam – beide haben einen großen Einfluss auf die Ernährung. Etwa 4,25 Millionen Muslime leben in Deutschland. Sie ernähren sich halal. Dennoch kennen sich nur zehn Prozent der Deutschen mit dieser muslimischen Ernährungsform aus. Was bedeutet halal also?

Halal: Die Ernährung des Islam im Überblick

Begriffserklärung:Halal bedeutet auf Deutsch so viel wie erlaubt
Lebenmittel, die halal sind:Gemüse, Getreide, Obst, geschächtetes Fleisch und Fisch mit Schuppen

Strikt verboten:

Alkohol und Schweinefleischprodukte sowie Fleisch von Tieren, die nicht rituell geschächtet wurden


Die Regeln der koscheren Ernährung im Judentum

In Deutschland leben ca.100.000 Menschen jüdischen Glaubens, die sich koscher ernähren. Ihre Ernährungsform weist einige Parallelen zu halal auf. Wie im Islam sind beispielsweise nur rituell geschlachtete Tiere erlaubt. Darüber hinaus folgt die koschere Ernährung aber ganz eigenen Gesetzen. Auffälligste Besonderheit: Lebensmittel werden in die drei Kategorien fleischig, milchig und neutral (parve) unterteilt.

Herausforderung für den Koch: Bei der koscheren Ernährungsform dürfen fleischige und milchige Produkte unter keinen Umständen vermischt werden. Es ist nicht einmal erlaubt, die Lebensmittel zusammen zu lagern. Milchige und fleischige Gerichte müssen in getrennten Küchen zubereitet werden.

Der Gesundheit zuliebe: Verzicht aus medizinischen Gründen

Bei vielen Menschen spielt weder die Religion eine wichtige Rolle noch interessieren sie sich für Trends. Dennoch verzichten sie auf bestimmte Lebensmittel. Woran kann das liegen? Eine Erklärung: Gesundheitliche Gründe, wie zum Beispiel Unverträglichkeiten von Nahrungsmitteln. 

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Weit verbreitet ist in diesem Bereich die Laktoseintoleranz. Etwa 15 Prozent der deutschen Bevölkerung sind davon betroffen. Wobei der Schweregrad von Person zu Person sehr unterschiedlich sein kann. Manche Menschen verdauen zumindest kleine Mengen Laktose, während andere sie gar nicht verarbeiten können. Die Folgen: Bauchschmerzen, Durchfall und/oder Blähungen.
 

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Weniger verbreitet ist dagegen Zöliakie, also die Glutenunverträglichkeit. Zwei Prozent der Deutschen leben mit dieser medizinischen Diagnose. Ihre Dünndarmschleimhaut entzündet sich, sobald sie glutenhaltige Nahrung essen oder der Darm mit glutenhaltigen Lebensmitteln in Berührung kommt. 

Nun könnten Sie sich fragen: Das betrifft gerade einmal zwei Prozent der Bundesbürger? Aus medizinischer Sicht stimmt das. Aber sowohl bei der Glutenunverträglichkeit als auch der Laktoseintoleranz kommt ein weiterer bekannter Aspekt hinzu: Ernährungsformen als Trend. Denn viele Menschen entscheiden sich freiwillig für den Verzicht. Sie versprechen sich davon einen gesundheitlichen Nutzen.  

Aber welche Motivation auch hinter der Entscheidung steckt, eine passende Ernährung ist einfacher denn je. Für viele spezielle Ernährungsformen gibt es nämlich Produkte, die zum Beispiel ohne kennzeichnungspflichtige Allergene, ohne Hefe oder mit einer speziellen Ausrichtung auf die vegetarische oder vegane Ernährung sind. Entsprechende Symbole geben dem Profianwender Orientierung.

Alles im Blick: Nestlé Professional Ernährungsposter

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