Espresso

Der „kleine Italiener“, der es in sich hat. Schmeckt ganz pur oder auch als Basis für andere Kaffeegetränke.

Wie wird ein Espresso zubereitet?

Braucht es für die Herstellung von Espresso eine besondere Art von Kaffeebohnen? Die Antwort ist: „Nein!“ Espresso ist weder eine Bohne noch eine Mischung oder eine Art der Röstung.

Espresso kann aus allen Arten von Kaffeebohnen zubereitet werden, am beliebtesten sind aber dunkle und mittlere Röstungen. Das liegt daran, dass dunkle Röstungen den Säuregehalt verringern, der bei der Espresso-Methode entsteht. Und das wiederum hat dazu geführt, dass dunkel geröstete Kaffeebohnen oft als Espresso-Bohnen bezeichnet werden, was technisch falsch ist.

Wie viele ml hat ein Espresso?

Für einen echten Espresso braucht es erstaunlich wenig. Klassischerweise werden für eine Tasse nur 25 bis 30 ml Wasser verwendet. Dazu 7 bis 9 g Kaffeemehl, was in etwa einem gehäuften Teelöffel entspricht. Wichtig: Für einen Espresso sollten die Kaffeebohnen möglichst fein gemahlen sein.

Espresso wird meistens mit einer Espressomaschine oder einem Espressokocher zubereitet. Heißes Wasser wird unter hohem Druck durch gemahlenen Kaffee gepresst, wodurch ein starker und intensiver Kaffee entsteht, der aber nur etwa halb so viel Koffein enthält wie Filterkaffee. Außerdem behält der Kaffee bei dieser Methode mehr von seinen ätherischen Ölen und es bildet sich eine feine Crema (Schaum). Espresso wird entweder pur getrunken oder als Basis für andere berühmte Kaffeespezialitäten wie Cappuccino, Latte Macchiato oder Milchkaffee verwendet.

Espresso auf die italienische Art

Wenn Sie in Italien einen Espresso bestellen, reicht schlicht ein „Un caffè, per favore“. Typisch italienisch genießen Sie Ihren Espresso übrigens nicht am Tisch, sondern stehend am Tresen. Interessante Randnotiz: Wieviel ein Espresso am Tresen („al banco“) maximal kosten darf, ist von den Kommunen genau festgelegt. Erst wenn der Kaffee am Tisch serviert wird, kommt eine Servicegebühr hinzu.

Die Geschichte des Espresso

Heute ist der „kleine Schwarze“ nicht mehr aus unserem Alltag wegzudenken. Bevor es dazu kommen konnte, hat der Espresso einen weiten Weg zurückgelegt, bei der die Ingenieurskunst eine entscheidende Rolle gespielt hat. Genauer gesagt geht die Entstehung von Espresso auf das Jahr 1885 zurück, als der Italiener Angelo Moriondo eine Maschine für große Mengen von Kaffee erfand, in der Dampf und Wasser unter Druck durch gemahlenen Kaffee gepresst wurden. 1901 präsentierte sein Landsmann Luigi Bezzera ein verbessertes Modell und 1905 begann die Firma La Pavoni mit der Produktion einer Maschine für Einzelportionen.

Espressomaschinen waren ursprünglich so groß und sperrig, dass Espresso lange Zeit mit dem Kaffeehaus gleichgesetzt wurde. Wer einen Espresso trinken wollte, der ging ins Café. Maschinen für den Hausgebrauch tauchten erst in den 1970ern auf. Seit die Maschinen kleiner und damit auch erschwinglicher geworden sind, machen immer mehr Fans ihren Espresso selber.